Diese einzelnen Seminartage wenden sich an alle diejenigen, die bereit sind, die fundamentalen Werkzeuge der homöopathischen Praxis – unsere Arzneien – in all ihren Facetten und Schattierungen kennenzulernen.

Sie dienen dem vertieften Kennenlernen einzelner Arzneien aus der Perspektive C.M. Bogers. Sie bieten den Rahmen für verschiedene Programme rund um das Thema der Bogerschen Fallanalyse. Ganz neu ab 2017 und erstmals in der Schweiz wird Norbert Winter im neuen Jahr das Nachmittagsprogramm der Materia Medica Projekttage der Semiotik – C.M.Boger und die Sprache der Krankheit widmen! Es wird also praktisch im wörtlichen Sinne werden (siehe unten).

Alle Seminare können auch einzeln besucht werden.

Ein sehr ausführliches Skript ist in der Seminargebühr enthalten. Wir empfehlen die Mitnahme des Synoptic Key, wenn vorhanden.

 

Samstag, 25.03.2017:  Materia Medica Mercurius solubilis / vivus

Ausgehend vom „Codex der Natur“ werden detailgenaue Symptomschilderungen früherer Arzneiprüfer, toxikologische Berichte und umfangreiche Erfahrungen der Praktiker als alleinige Grundlage für das Materia Medica Studium begriffen.

Die mit Abstand fundierteste Zusammenstellung hierzu findet sich in Armin Seideneder´s Heilmittelarchiv. Wo möglich, werden nun verschiedene Aspekte der Arzneien mit ähnlichen Zeichen in Verbindung gesetzt, so daß die charakteristischen Züge mehr und mehr durchschimmern und schließlich verdichtet werden auf eine Übersicht, wie sie nirgends besser als in C.M. Bogers Synoptic Key gefunden werden kann.

Es soll der Spagat gewagt werden zwischen Achtsamkeit bezüglich der Details des Ausdrucks und dem Überblick, die Dinge in adäquater Proportion und Gesamtheit zu sehen. Die Materia Medica in ihrer unendlichen Vielfalt soll begreifbar werden – das Boger´sche Synoptic Key in seiner unglaublichen Kleinheit soll zum Leben erweckt werden. Hier wollen wir den Ariadnefäden der spezifischen Phänomene einer Arznei folgen, um sowohl einen Begriff der Heilmittelwirkung im einzelnen, als auch eine Orientierung in der Perspektive zu erfahren.

Mittagessen: Tibetische Curries und Gemüse, mit Getränk

 

Nachmittagsprogramm: Pulsdiagnostik I

Pulsdiagnostik

 

 

 

 

 

 

Westliche Pulsdiagnose

Pulsdiagnose stellte in den Praxen aller Homöopathen des 19. und beginnenden 20.Jahrhunderts das wichtigste diagnostische Werkzeug überhaupt dar – und somit ganz selbstverständlich eine wesentliche Hilfe zur Arzneidifferenzierung und Verlaufseinschätzung.

Somit liegt es nahe, dieses Werkzeug, das inzwischen aus dem medizinischen Alltag so gut wie verschwunden ist, genauer anzuschauen. Und das birgt Überraschungen: Es zeigt sich, dass die westliche Pulslehre an Raffinesse den östlichen Traditionen kaum nachsteht.

Sie erweist sich als eine hohe Kunst, die in diesen Tiefen heute kaum noch bekannt ist – und die in abgekürzter Form in den Händen der Homöopathen von großer ganzheitlicher Aussagekraft ist. Und – überraschenderweise erweist sich Hahnemann als fundierter Kenner

der westlichen Pulstradition in all ihren Schattierungen.

In diesem Workshop wollen wir einen Überblick zu diesem Thema erlangen und die wichtigsten – für die Arbeit mit dem Repertorium notwendigen – Pulsqualitäten erlernen und praktisch üben.

Ziel ist es, nach zwei Workshop-Nachmittagen in der Lage zu sein, diese Rubriken für Differentialdiagnosen anzuwenden – und gleichzeitig eine Ahnung zu bekommen, wie weit und wie tief dieses Thema reichen kann.

25. März 2017   9:00 – 17:00 Uhr

Anmeldeschluss

23. März 2017

Für die Anmeldung bitte Kontaktformular unten ausfüllen

 

Kursort

Taiji Mittendrin, Konradstrasse 3, 8400 Winterthur

Eingang im Hinterhof

 

Aktuell 2017: Cyrus Maxwell Boger – und die Sprache der Krankheit

Ganz neu und erstmals in der Schweiz wird Norbert Winter im neuen Jahr das Nachmittagsprogramm der Materia Medica Projekttage der Semiotik widmen:

Die Medizin zur Zeit Bogers stand im Spannungsfeld zwischen Säftelehre, Vitalismus und Zellularpathologie, zwischen Semiotik und Diagnostik, zwischen Heilkunst und dem wachsenden Vertrauen in Apparate. Die moderne Keimtheorie führte zur Neudefinition von Krankheiten und therapeutischen Ansätzen. Hygienische Maßnahmen und verbesserte Lebensbedingungen brachten manche Krankeiten zum Verschwinden – und öffneten Raum für neue. Es war eine Zeit des Aufbruchs, der Begeisterung über neue Theorien, pharmakologische und chirurgische Verheissungen.

Umso schwieriger wurde es, den reinen, durch keine Theorien gefärbten Ausdruck der Krankheit wahrzunehmen, die Sprache der Zeichen und Symptome, der Dynamik von Krankheit und Heilung  – erfasst mit allen Sinnen.

Ziel dieses Seminares ist es nun, Bogers Ringen um die Wahrnehmung dieser ursprünglichen Sprache nachzuvollziehen, gespiegelt in seinem Krankheitsverständnis, in therapeutischen Strategien, in der Anwendung der Repertoriumsrubriken, in seinem Verständnis der Materia medica und bei der Einschätzung von Arzneidosierungen und Heilungsverläufen. Kasuistiken Bogers sowie eigene Fälle begleiten eine Reise quer durch Bogers Synoptic Key, lassen manche Rubriken klarer werden oder in völlig neuem Licht erscheinen und schärfen dieses Werkzeug für die Anforderungen der heutigen Praxis.

Hilfreich – aber nicht zwingend notwendig – wären Grundkenntnisse bzgl Bogers Synoptic Key. Bitte das SK (in der Übersetzung von J. Ahlbrecht) oder im englischsprachigen Original mitbringen.

Themen die 2017 im Nachmittagsprogramm zu erwarten sind:

Dialekte der Krankheit

Zeichen aus den Anlagen

Zeichen des Gemüts

Zeichen des Pulses

Zeichen der Zunge

Fieber-Zeichen

Lokale Zeichen …..

Dynamik

Pathologien

Ähnlichkeiten

Entladungen

Wir können uns freuen über diese äusserst praxisbezogenen und spannenden Nachmittagsprogramme!

 

Weitere Materia Medica Projekt Daten 2017:

Samstag, 20. Mai 2017, 9:00 – 17:30 Uhr, Aconitum napellus

Samstag, 2. September 2017, 9:00 – 17:30 Uhr, Coccus cacti

Samstag, 18. November 2017, 9:00 – 17:30 Uhr, Bryonia alba

 

Kosten

200.- CHF pro Tag, inklusive umfassendes Skript, Pausengetränke, Snacks und Mittagessen

oder für die gesamte Seminarreihe ( 5 x)  Jahresgebühr mit HVS-Rabatt:   875.- CHF

zahlbar auf:  Bank Linth, Konto Homöopathie Mittendrin 5495.3122.2003

IBAN CH39 0873 1549 5312 2200 3

 

Referent

Norbert Winter

Dr. rer. nat. Norbert Winter, geb. 1960, studierte und arbeitete zunächst als Elementarteilchenphysiker.

Nach dem Zivildienst im Gesundheitsbereich begann er seine Homöopathieausbildung, legte die Heilpraktikerprüfung ab und praktiziert seit 1991 als klassischer Homöopath.

1997 gründete er eine Homöopathieschule in Karlsruhe.

Seit 1999 widmet er sich dem vertiefenden Studium der Arbeiten des amerikanischen Homöopathen C.M. Boger (1861-1935). Er erarbeitete und publizierte Wege, um die Bogersche Denkweise in die heutige Zeit zu übertragen.

In den letzten Jahren steht die Umsetzung in der täglichen Praxis im Vordergrund.